Dualität - Yin und Yang

Die Dualitäten bzw. Polaritäten Yin 阴 und Yang 阳 sind fundamentale Prinzipien und Aspekte des Universums (siehe auch [Daoistische Kosmologie]). Wirklich alles enthält einen Yin und einen Yang Anspekt. Die Dualität Yin und Yang wird immer bestehen; das Eine kann nicht ohne das Andere existieren. Sobald eines gesetzt wird ist das andere bereits ebenso gesetzt. Sie sind das Komplemet zueinander und können ineinander transformiert werden. In der Begrifflichkeit ist die Dualität trennend, während die Polarität vereinend ist. Mit Yang allein kann nichts entstehen, mit Yin allein kann nichts wachsen.

Yin 阴

Yin hat viele mögliche Qualitäten, von denen ein paar Beispiele aufgelistet sind:

  • weiblich
  • empfangend
  • wie Wasser
  • dunkel
  • zusammenziehend
  • innerlich
  • absteigend
  • kalt

Yang 阳

Yang hat viele mögliche Qualitäten, von denen ein paar Beispiele aufgelistet sind:

  • männlich
  • aussendend
  • wie Feuer
  • hell
  • ausdehnend
  • äußerlich
  • aufsteigend
  • heiss

Die Dualität existiert in ihrer Gegensätzlichkeit und kann dennoch ohne Widerspruch Eins werden, zusammen harmonisch wirken. Wenn wir aus der Bewertung rausgehen aus dem Trennenden, dann ist es möglich die Gegensätze in Balance zu vereinen, das nennen wir dann auch Polarität. Licht und Dunkel, Mann und Frau, usw. können zurück gehen in die Einheit und existieren dennoch ebenso in ihrer Differenzierung. Damit vergrößern wir das Potenzial und den Raum.

In der Einordnung der Philosophie ist das Yin und Yang die Zwei. Im Sinne der Kultivierung und Entwicklung ist der höchste Zustand der Zwei der stille Zustand des Yin und Yang. Am anderen Ende ist es die Dynamik von Yin und Yang, der bewegte Zustand. Diese beiden Zustände von Yin und Yang braucht es um die Zwei zu erkennen. Der Weg des Erkennens führt von der Drei zur Zwei, so auch der Weg der Kultivierung durch Nei Gong. Im stillen Zustand der Zwei kann man zur Eins zurückkehren.

Anhang

Das doch recht bekannte “Yin/Yang” Zeichen ist eigentlich das Taiji, sei es als Ursprung der Welt oder als oberstes Prinzip ihres Wandels zu verstehen. Es ist ein sich gegenseitig bewegender Zustand des Yin und Yang.

Vers 2 aus dem philosophischen Buch Daodejing von Laozi (老子)

Wenn wir das Schöne als Schön erkennen, dann wird das Hässliche ebenso erkannt.
Erkennt man das Gute als gut, so erkennt man auch das Ungute.
Sein und Nicht-Sein erzeugen einander,
Schwieriges und Einfaches vollenden einander,
Länge und Kürze messen einander,
Hohes und Tiefes neigen sich zueinander,
Ton und Stimme harmonieren miteinander,
Zuvor und Nachher folgen einander.
Daher verbleiben Weise im Nicht-Handeln und lehren ohne Worte.
Abertausend Geschöpfe entfalten sich, sie treten hervor, doch nicht besitzergreifend,
wirken, doch nehmen keinen Anspruch,
vollbringen Aufgaben, doch verweilen nicht dabei.
Weil sie nicht verweilen, entschwinden sie nicht.

-- Laozi

Referenzen

  • [Daoistische Kosmologie]
  • Lao Zi - Dao De Jing (Patrick Liu, Verlag Deutsche Daoistische Vereinigung, ISBN: 9781795896399)
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